„Stauden in Garten und Natur“ von Roger Phillips u. Martyn Rix

Stauden in Garten und Natur von Roger Phillips und Martyn RixManchmal fragt man sich, wieso ein Buch, dass im Antiquariat und bei Online-Auktionen in der Regel für EUR 70,- (eher selten) bis 250,- (kein Witz!) den Besitzer wechselt, nicht neu verlegt wird.
An der inhaltlichen Qualität von Texten und Fotos kann es beim besten Willen nicht liegen. Neben einigen anderen ist es erstes und ständiges Nachschlagewerk bei der Recherche nach Stauden.

Neben einer kurzen Beschreibung, die auch Blütezeit und das natürliche Vorkommen umfasst, gibt es zumeist sehr aussagekräftige Fotografien vom Naturstandort oder der Staude in Gartenkultur. Die Anordnung nach Blüte in den vier Jahreszeiten und dort nach Familien ist etwas gewöhnungsbedürftig. Das Register listet neben den (damaligen) botanischen auch viele der deutschen Namen.

2.500 Staudenarten  und -sorten
Auch nach häufiger Lektüre bleibt diese Buch interessant, auch weil es die Gartenwürdigkeit vieler sogenannter Naturstauden aus aller Welt weniger in Frage stellte. So findet man hier bereits (1992) Epimedien in ihrer Heimat beschrieben, die uns heute von einigen Gärtnereien als aktuelle Neuheiten verkauft werden. Während auf der einen Seite Farne, Gräser und Knöteriche auch aus damaliger Sicht eher unterrepräsentiert waren, widmen die Autoren der Iris ganze 46 Seiten.

Stauden in Garten und Natur (479 Seiten, Droemer Knaur (1992), ISBN-10: 3426265907) ist seit vielen Jahren vergriffen. Leider!

Weitere Publikationen Phillips/Rix
Das Erfolgsduo Phillips und Rix hat viele interessante Publikationen zu verantworten, die meisten sind ebenso vergriffen.
„Das Kosmosbuch der Zwiebel- und Knollenpflanzen“, Kosmos
„Rosen – Mehr als 1400 Rosen“, Droemer Knaur
„Sträucher – 1900 Sträucher in Farbe“, Droemer Knaur

Von „Gemüse in Garten und Natur – Mit über 650 Gemüsearten“, Droemer Knaur, zu einem späteren Zeitpunkt mehr.

3 Antworten auf „„Stauden in Garten und Natur“ von Roger Phillips u. Martyn Rix“

  1. Bin erst heute auf der Suche nach genau diesem Buch über den Beitrag gestolpert. Tatsächlich habe ich mir diese Frage auch schon oft gestellt, bin aber der Antwort hier und da etwa näher gekommen. Seit Jahren verfolge ich in meinem Antiquariat des deutschen Gartenbaues den Markt der antiquarischen Gartenbücher. Dabei bin ich auf einige solcher Bücher gestoßen, die vom Markt verschwunden sind. Auch ein solches Buch ist z. B. das Buch von Gertrud Franck, Gesunder Garten durch Mischkultur. Wenn ein Buch im Handel bei auftaucht, ist es sofort weg, egal zu welchem Preis.
    Wenn man sich aber mit dem Verlagsgeschäft etwas mehr beschäftigt, kann man festtstellen, dass der Markt für solche Gartenbücher sehr eng ist: Die Bibliotheken sind versorgt, die Experten, die die Qualität des Buches beurteilen können, haben zum größten Teil auch schon ihr Exemplar. Der „Wald- und Wiesen-Gartenfreund“ hat eine große Auswahl an anderen Titeln, ihm fällt diese Marktlücke nicht auf. Übrig als Nachfrager bleiben also geschätzt ein paar hundert Hardcore-Gärtner und Blumenfreunde. Von denen sind nur wenige bereit, einen hohen Preis zu zahlen. Also muss die Neuauflage in der Preislage der konkurrierenden (inhaltlich vielleicht schlechteren, aber vielleicht aktuelleren) Literatur liegen.
    Eine Auflage in diesem Preisgefüge muss aber mindestens 2.000 Stück betragen und deckt selbst dann nur knapp das unternehmerische Risiko. Also scheuen sich die meisten Verlage, hier tätig zu werden. Abgesehen davon ist auch der Besitzer der Rechte oftmals nicht so leicht zu ermitteln.
    Also tatsächlich eine traurige Tatsache, mit der wir leben müssen. Ob das ebook eine zufriedenstellende Alternative liefern wird, muss man abwarten.

  2. Es gäbe doch durchaus die Möglichkeit, über in Buchhandlungen (oder bei Online-Vertriebsstellen) eingestzte Software zum Prüfen der Verfügbarkeit das Markt-Interesse zu erfassen und Potentiale zu erkennen.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass solche Daten nicht erfasst oder gar ausgewertet werden, oder?

  3. So was gibt’s in Teilbereichen schon, ich bin damit aber nicht glücklich. Und zwar werden solche Bücher dann eingescannt, kurz lektoriert und dann als Print on Demand angeboten. Das kann man bei Ebay erleben, wenn man dort eine Suche nach einem Buch einstellt. Nach welchen Kriterien die Bücher ausgesucht werden, weiß ich nicht, ich habe m. E. aber bemerkt, dass es sich immer um Werke handelt, deren Copyright ausgelaufen ist. Also für so moderne Werke gibt’s das wohl noch nicht. Aus eigener Erfahrung mit dem Reprint von Gartenbühern weiß ich, dass der Erwerb von Rechten schwierig ist. Und welcher Autor würde sich auf eine Vergütung nach dem Verkauf von Print on Demand einlassen bzw. welcher Verlag würde einen Festbetrag an der Autor zahlen, ohne eine feste Kalkulation aus dem Verkauf machen zu können. Aber wie schon in meinem ersten Kommentar erwähnt, bei ebooks wird das alles anders aussehen. Da wiederum kann ich mir aber nur schwer vorstellen, Gartenbücher wie „Stauden in Garten und Natur“ auf dem Reader zu lesen. Aber vielleicht ist das nur ein Vorurteil und in der Praxis wunderbar!

Kommentare sind geschlossen.