Was sind Opferstauden?

Als der Garten Alst frisch bezogen noch ein Meer von Weihnachts- und Lebensbäumen war, ging es bei geselligen Abenden so langsam los mit der Planung. Von meiner ursprünglichen Idee, zuerst kleine Beete als Inseln in die Wiese zu platzieren, um dort zuerst die Großstauden zu pflanzen, konnte uns unser Freund Hermann Gröne schnell abbringen. Zum einen musste in jedem Fall der gesamte Plan stehen, bevor wir diese Inseln hätten anlegen können und zum anderen bot er an, seinen eigenen Garten zu beernten, um nicht zu sagen zu plündern. Bei der weiteren Planung wurde schnell klar, dass die Großstauden nicht im Hintergrund, sondern nah an den zahlreichen Wegen stehen sollten, ohne jedoch diese langfristig zu verbauen. Im späten Sommer sollten sie durch ihre gestaffelte Anordnung Strukturen schaffen, den Raum optisch vergrößern und Sichtachsen nicht entlang der Wege sondern durch die Beete selbst schaffen.

Aralia californica im ersten Jahr umgeben von Geum rivale
Aralia californica im ersten Frühjahr umgeben von Geum rivale

Was bei einer in der Höhe gestaffelten Rabatte in der Regel weniger Beachtung findet, wurde zur interessanten Frage bei unserer Planung: Wie umpflanzen wir die Großstauden, damit sich diese adäquat entwickeln können und ihr Umfeld auch im Frühjahr attraktiv wirkt. Wer einmal die Entwicklung einer Aralia (continentalis oder californica) oder Aconogonon x fennicum ‚Johanniswolke‘ über Jahre beobachtet hat, wird wissen, welchen immensen Raum sie über diese Zeit einnehmen. Wir waren also auf der Suche nach Stauden, die möglichst früh im Jahr blühen und mit im Jahresverlauf zunehmender Beschattung (durch die Großstauden) zurecht kamen. Des weiteren mussten sie nicht sehr langlebig sein, da sie mit der Zeit eh verdrängt werden. (Zu diesem Zeitpunkt wären Einjährige nicht in Frage gekommen. Kann man mal sehen, wie dogmatisch wir in diesen Dingen waren…)

Als Opferstauden wurden dann schnell folgende Kandidaten ausgewählt: Papaver orientale, Geum rivale, Pulmonaria officinalis, Geophyten, Bistorta affinis und weitere Bodendecker für eher halbschattiges Milieu.
In Kürze folgen ein paar Beispiele aus der Praxis.

Kommentare sind geschlossen.