Glyphosat und die Unmöglichkeit seriöser Studien

Aktuell teilt top agrar online mit, dass die Bundesregierung der zuständigen EU-Kommission einen Kompromiss vorgeschlagen hat, der die Wiederzulassung (korrekt müsste es wohl eher Weiterzulassung heißen) von Glyphosat, vielen als Roundup® aus dem Hause Monsanto bekannt, ermöglicht.

Nehmen wir einmal nur ganz hypothetisch an, dass die WHO mit ihrer Einschätzung zur Krebsgefahr durch Glyphosat richtig liegt. Nun wollte eine seriöse Forschungseinrichtung prüfen, ob zum Beispiel bereits kleinste Mengen Glyphosat das Risiko an Krebs zu erkranken erhöhen können. Hierzu würde sie einer Gruppe von Menschen oder Versuchstieren diese kleinste Menge in geeigneter Form verabreichen, gegebenenfalls wiederholt und über einen längeren Zeitraum. Einer anderen Gruppe mit vergleichbaren Lebensumständen und Risiken wie unsere Testgruppe würden sie ein Placebo verabreichen. Natürlich doppelt- oder dreifachblind! Zu Beginn und am Ende der Studie wäre der Gesundheitszustand der Teilnehmer untersucht und dokumentiert worden, um diese Daten am Ende zu vergleichen.

Leider sind solche Tests nicht mehr möglich, da es keine geeignete Placebo-Gruppe mehr gibt. Aktuell ist es schwierig bis unmöglich, sich völlig glyphosatfrei zu ernähren. Das Mittel ist seit Jahrzehnten weltweit im Einsatz und sowohl im Trinkwasser wie auch in Nahrungsmitteln nachgewiesen worden, zuletzt spektakulär im Bier.
Im Urin der meisten Deutschen ist es nachweisbar.

Sollte Glyphosat in kleinen, aber ständig verabreichten Mengen tatsächlich eine gesundheitsschädliche Wirkung entfalten, dürfte diese im allgemeinen Rauschen der Gesamtstatistik aller Krankheiten nicht messbar sein.

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