Gräser- und Staudenrückschnitt mit der Motorsense

_MAT5582Ab einer gewissen Pflanzfläche sind effektive Methoden beim jährlichen Rückschnitt gefragt. Viele Rasenmäher bieten eine hohe Einstellung und helfen nach dem Rückschnitt zusätzlich bei der Zerkleinerung. Allerdings lassen sich damit keine älteren Gräserhorste oder Großstauden, wie Silphium, Helianthus oder hohe Astern, zurück schneiden. Ein Mulcher ist da schon erheblich leistungsstärker, aber auch nicht mehr wendig genug, um kleineren Gehölzen oder Rosen bequem auszuweichen. Da ist der klassische Balkenmäher schon erheblich wendiger.
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Herbst und Wind

Beim Herbstgarten scheiden sich die Geschmäcker, zu erkennen an der sich häufenden Frage nach dem richtigen Zeitpunkt des Rückschnitts*. Die Gründe für einen zeitigen Rückschnitt sind die Vermeidung von Versamung und einige Stauden benötigen diesen Rückschnitt, um sich gut zu etablieren. Die häufigste Gegenfrage lautet: Haben Sie keine Angst, was zu verpassen? Einige interessante Gartenprojekte sind entstanden, weil der Rasenmäher der Besitzer längere Zeit defekt war oder weil man keine Zeit für den sonst sehr zeitigen Rückschnitt fand.

Paulownia tomentosa Hulsdonk
Paulownia tomentosa Hulsdonk nach dem Orkantief Christian etwas zerschunden mit Wasserdost und Chinaschilf.
Wasserdost und Chinaschilf
Wasserdost und Chinaschilf
Panicum virgatum Northwind
Panicum virgatum Northwind

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aktuelle Impressionen, erste kurze Foto-Session

Mit der Pflege geht es in diesem Jahr gut voran. Insbesondere Deschampsia cespitosa hat sich sehr gut etabliert und ist, obwohl der Winter nass und lang war, kaum ausgefallen.

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Auch die Gehölze Sambucus nigra ‚Black Lace‘, Rosa glauca und Physocarpus opulifolius ‚Diabolo‘ haben den Rückschnitt (Coppicing) gut vertragen.

Sämling Salvia nemorosa
Sämling Salvia nemorosa im Gegenlicht

Ein Sämling Salvia nemorosa kurz vor dem Rückschnitt.

Rose Evelyn
Rose ‚Evelyn‘

Die Austin-Rose ‚Evelyn‘ ist erst seit den 1990er Jahren im Handel und hat sich hier im Garten ein paar Jahre Zeit gelassen. Nachdem wir mit ihr umgezogen waren, kümmerte sie herum, war blühfaul und von ihrem fantastischen Duft war nicht viel zu riechen. Das hat sich nun in diesem Jahr geändert.

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Geranium renardii ‚Philippe Vapelle‘

Geranium renardii ‚Philippe Vapelle‘ ziert neben seinem attraktiven Lauf auch seine frühe Blüte. Faszinierender erscheinen hier die Samenstände im Gegenlicht.

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Hier der Blick Richtung Westen auf Fraxinus (In letzter Zeit muss ich mich immer beherrschen, nicht Fraktus zu sagen.) retusa var. henryana und den Alpenknöterich, im Vordergrund Geranium Freies Alst.

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Endlich Ruhe

Katzen im Schnee
Katzen nehmen auch im Schnee immer die gewohnten Wege durch den Garten. Keine gute Idee ist es, ihnen dann Hindernisse in den Weg zu legen.

Schnee auf Monarda
Die Samenstände der Indianernessel bieten den ganzen Winter ein attraktives Bild. Hier übertreiben sie nun etwas.

Der alte Garten
Hier ein Blick auf den alten Garten (Alst I) im Schnee.

Sesleria autumnalis im Schnee
Sesleria autumnalis ist eines der dankbarsten Gräser und benötigt nur selten einen pflegenden Rückschnitt. Hier steht es neben Rosen und Calamintha nepeta.

Miscanthus sinensis Yakushima Dwarf im Schnee
Miscanthus sinensis Yakushima Dwarf hat hier seinen letzten Auftritt.

Filipendula rubra Venusta
Filipendula rubra Venusta mit Convolvulus arvensis

die zwei Eichen im Schnee
Bisher haben hier nur Katzen ihre Spuren hinterlassen.

chillout zone
Auch in der Chillout Zone ist es ruhig.

Ein Wochenende im Garten Alst


Die sehr standfeste Sanguisorba-Hybride UPDATE: ‚Blackthorn‘ (‚Purple Candle‘ ist nicht der richtige Name!) von coenjansenvasteplanten.nl mit Deschampsia cespitosa, Sesleria autumnalis, Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘, Stachys monnieri ‚Hummelo‘ und im Hintergrund Bistorta amplexicaulis ‚Endless Beauty‘, einer sehr pflegearmen Kombination, wo nur das Sanguisorba einen Rückschnitt benötigt.


Hier nun das Beet von der anderen Seite mit (der sich gut und gar nicht lästig versamenden) Calamintha nepeta, der Rose ‚York & Lancaster‘ sowie Bistorta amplexicaulis ‚Atropurpureum‘.


Den Abschluss des Beetes bildet Bistorta amplexicaulis ‚Fine Pink‘ und die Rose ‚Complicata‘.


Filipendula rubra ‚Venusta Magnifica‘ sieht man auf Fotos gerne in Blüte, wobei sie in Kombination mit hohen Gräsern bis in den Winter hinein wirkt.


Zwei weitere Kandidaten für Kombinationen sind Sanguisorba tenuifolia (var.) atropurpurea und Bistorta amplexicaulis, hier die Sorte ‚J.S. Caliante‘, die es schafft, monatelang unverändert auszusehen: echte Vorgarten-Eignung.


Die Sorte Orangefield ist nicht wirklich orange, hat aber den höchsten Anteil unter allen Kerzenknöterichen. Im Vordergrund eine Kombination von Carex morrowii var. temnolepis und Sporobolus heterolepis, zwei sehr langlebige Vertreter für den Gräsergarten wenn sie einmal eingewachsen sind. Hier umschwirren sie Cimicifuga simplex ‚Brunette‘. Im Hintergrund steht Salvia uliginosa.


Bistorta amplexicaulis ‚White Eastfield’mit zwei Phlox-Sämlingen, von denen einer noch weiter vermehrt wird.


Begutachtung der Kerzenknöteriche. Wie sie nun lateinisch korrekt heißen, hatten wir nicht geklärt. Hierzu aber später mehr.


Es werden zur Zeit drei verschiedene Höhen von Sanguisorba officinalis ‚Red Thunder‘ angeboten. Da ist doch wirklich für jeden was dabei…


Coppicing – Klingt nach einer neuen Funsportart, bedeutet aber nur den mehr oder weniger vollständigen und regelmäßigen Rückschnitt von hierzu geeigneten Gehölzen. In einem See aus Rasenschmiele warten hier die in 2012 gepflanzten Sambucus nigra ‚Black Lace‘, Physocarpus opulifolius ‚Diabolo‘ und Rosa glauca auf den ersten Rückschnitt. Chris wird natürlich verschont.

Nachtaufnahmen Nachtrag

Hier noch ein kleiner Shot auf Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster, ein sehr zuverlässiges Gras, das oft keinen Rückschnitt benötigt.

Calamagrostis x acutiflora Karl Foerster

Auf meiner Vermehrungsliste steht  Calamagrostis x acutiflora K. F. mit 480 Containern. Keine 30 sind noch übrig…

Mulchen mit Stauden – Es muss nicht immer Rindenmulch sein.

Es gibt ein paar gute Gründe, warum Beete gemulcht werden. Neben der Verhinderung von Ver(un)krautung und dem Halten von Bodenfeuchtigkeit spielt oft auch der dekorative Aspekt eine Rolle. Zugegeben, Splitt, Pinienrinde und selbst Rindenmulch und Kalksteinschotter bilden in neuen Pflanzungen eine zumeist angenehme Textur. Wenn man dann noch die spezifischen Anforderungen (PH-Wert, Nährstoffeintrag und Kalkgehalt) der Pflanzen beachtet, können solche Pflanzungen langlebig und pflegeextensiv werden.

Im Garten Alst favorisieren wir eine eher seltene Form des Mulchs, nämlich den Staudenrückschnitt selbst. Mit Ausnahme von einigen Spezialisten, die keinen Mulch oder weitere Nährstoffe vertragen oder extrem schneckenanfällig sind, werden sämtliche Stauden an Ort und Stelle mit einer Felco 2(!) klein geschnitten und damit der Boden gemulcht. Um einige Sorten zu schützen werden bei diesen vorab die Samenstände entfernt.

Diese Methode setzen wir seit 5 Jahren konsequent ein und können so auf zusätzliche Nährstoffgaben (außer Brennnessel-Jauche und Kompost) weitestgehend verzichten. Der einzige Nachteil ist die etwas wüste Optik nach dem Rückschnitt im Frühjahr. Verluste, die auf diese Art zu mulchen zurückzuführen wären, konnten wir noch nicht beobachten. An schlecht drainierten Stellen wird der Mulch gelegentlich gelockert, damit sich kein Schimmel bilden kann.

Hier ein paar Beispiele nach dem Motto, es muss nicht immer Rindenmulch sein.

Nachtrag: Zur Entlastung der Felco 2 (und meiner rechten Hand) ist die Anschaffung eines vernünftigen Schredders geplant.

Update: Statt eines Schredders kam Anfang April 2013 (Bodenfrost) eine Motorsense zum Einsatz. Diese zeigte allerdings – trotz frischer Messer – gewisse Schwächen bei Helianthus salicifolius, Napaea dioica und einigen hohen Gräsern. Das Coppicing der Gehölze erledigte eine bewährte Felco 6. Gut 4.000 qm Beetfläche dauerten mit dieser Methode keine 6 Stunden.

Es könnte ruhig noch mal Schnee geben

Da der Garten nach dem späten Rückschnitt der Stauden eher wüst erscheint, kommen hier noch ein paar verspätete Winterbilder aus dem Februar. In Kürze geht es dann mit Leberblümchen weiter.