Glycyrrhiza yunnanensis

Chinesisches Süßholz
Chinesisches Süßholz

Die einzige Staude, die im Garten Alst gestützt wird, ist Glycyrrhiza yunnanensis, das Chinesische Süßholz aus der Familie Fabaceae. Vielleicht ist unser Boden nicht tiefgründig genug oder zu feucht, aber es gibt keine Stelle im Garten, wo sie das viel beschriebene Versprechen der Standfestigkeit selbst nach mehreren Jahren wirklich einhalten würde.

Glycyrrhiza yunnanensis
Glycyrrhiza yunnanensis, Calamagrostis x acutiflora ‚Karl Foerster‘, Inula magnifica und Helianthus salicifolius
MAT_1235
Raureif

Oft reicht ein Sturm mir starkem Niederschlag und Glycyrrhiza yunnanensis legt sich darnieder. Danach bleibt ihr Wuchs eher lagernd und nur einzelne Triebe richten sich wieder auf. (Sofern die bis zu 2 Meter hoch werdende Staude das nicht an einem Weg macht, sehen wir das gelassen.) „Glycyrrhiza yunnanensis“ weiterlesen

Fabaceae, Gesellschaft Schweizer Staudenfreunde

Lupinus chamissonis

Im jährlichen Turnus publiziert die GSS kleine, handliche Hefte zu mal mehr mal weniger populären Pflanzenfamilien (Schwerpunkt Stauden), die sogenannten Jahrbücher. Die Autoren/Redakteure betrachten hier nicht nur gärtnerische Aspekte, sondern beziehen Ökologie im weiteren Sinne, Herkunft, landwirtschaftliche Verwendung bis zu jeglicher Form von Anwendung (Ja, auch Rezepte.) ein, sogar die Kunst wird kompetent nach Vertretern der Familien durchleuchtet.

Die aktuelle Ausgabe widmet sich den Schmetterlingsblütlern, konkreter den etwas weiter gefassten Fabaceae, von Amicia zygomeris über Glycyrrhiza (Neben dem Süßholz glabra gibt es ja die sehr gartenwürdige Glycyrrhiza yunnanensis.) bis zu Lupinus (Meinen Favoriten Lupinus chamissonis hat man vergessen! Wieso?) und Vicia unijuga. Konkret wird die Lupine nicht nur als Bodenfutter sondern auch als alternativer Lieferant von Proteïnen vorgestellt.

Leider sind bereits viele Jahrbücher vergriffen.
Das aktuelle über Fabaceae kann man hier online bestellen.

Amicia zygomeris

Amicia zygomeris

Entdeckt haben wir sie 2006 in der Staudengärtnerei Fahner: Amicia zygomeris (Leguminosae) stammt aus Mexiko und erreicht hier im lehmigen Boden (Halbschatten) eine Höhe von 2,50 m. Auf durchlässigeren Böden ist sie erheblich standfester.

Amicia zygomeris treibt kurze Ausläufer und kann nach Jahren stattliche Ausmaße annehmen.

Amicia zygomeris vor Rasen-Schmiele
Amicia zygomeris vor Rasen-Schmiele
Amicia z. Blüte

Sie wird noch viel zu selten angeboten, obwohl Amicia zygomeris, entsprechend geschützt, kurzzeitigen Frost bis -18° C gut aushält und nach ihrem späten Austrieb im April immer attraktiv ist.

Neben Aralia californica, Eutrochium fistulosum, Doellingeria umbellata, Thalictrum rochebrunianum oder Aconogonon x fennicum ‚Johanniswolke‘ hat sie enormes Potential als Großstaude häufiger Verwendung zu finden.

Eine Vermehrung kann vegetativ erfolgen.
Wobei wir zur Zeit auf grundständige Stecklinge hoffen, denn um sie zu teilen ist unser Exemplar (und auch die in befreundeten Gärten) noch zu klein. Neben der Art zygomeris gibt es noch weitere, wobei uns diese noch nicht begegnet sind.

Interessante Links zu Amicia zygomeris:

fm1.fieldmuseum.org/vrrc/?page=view&id=23825