Schätze Niederrheinischer Gartenkunst

Liebe Freunde der Gartenkultur,

vergangenes Wochenende haben mich die Gattung Bistorta amplexicuale und die Aussicht auf ein Treffen mit annähernd gleichgesinnten Gartenfreunden mal wieder an den Niederrhein gezogen. Doch der Wohlstand der Menschen dort lässt mich die Armut Brandenburgs und im Speziellen die hier unterentwickelte private Gartenkultur in einem ganz anderem, freundlicheren Licht erscheinen.

Vor rd. 30 Jahren gab es das wunderbare Buch ‚Grün kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen‘ und als Kulturpessimist muß man heute zufrieden feststellen: Es hat nichts genutzt! Trotz Ökogedöns ist alles nur noch schlimmer geworden – was wir aber durch unser tägliches Geschäft ohnehin schon längst gewußt haben.

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Im sog. Informationszeitalter scheint das Wissen über Gärten völlig verloren zu gehen. Oder der unentwegte Aufenthalt vor Mattscheiben zwingt zu solch pragmatischen Umgang mit dem eigenen Vorgarten?

Da sich nun das Schicksal der Bio-Puten mit dem vergangenen Sonntag auch weitgehend erledigt hat, ist mit einer anständigen Öko-Dikatur wohl auch nicht mehr zu rechnen und es bleibt die Frage: Wie sich Genugtuung verschaffen?

Ob wohl der Ulmer-Verlag zu einer neuen Auflage ‚Grün kaputter‘ oder ähnlichem bereit wäre? Ich wäre zumindest bereit, das passende Bildmaterial zur Verfügung zu stellen.

Solidarische Grüße,
Christian

Wir danken Christian vom Büro Christian Meyer (Berlin) für seinen Gastbeitrag, seine objektive Expertise und insbesondere für nachhaltiges Bohren in offenen Wunden.