Erster Rosenrückschnitt

Nach 4 Jahren stand bei gut 120 Rosen der erste größere Rückschnitt an. In der Vergangenheit hatten wir immer nur Triebe zurück geschnitten, die sich gelegt hatten und kranke Triebe entfernt. In diesem Jahr wurden sie zum ersten Mal ausgelichtet und bei Bedarf eingekürzt.

Rosa gallica Complicata

Einzige Ausnahme ist die Gallica-Rosa ‚Complicata‘, die sich hier hervorragend entwickelt hat, reichlich Hagebutten bildet und bisher noch keine Felco gesehen hat.

Desinfektion beim Rosenschnitt

Der Rückschnitt ist übrigens eine tolle Gelegenheit, um Krankheitserreger auch auf bisher gesunde Rosen zu übertragen. Natürlich hat eine Übertragung nicht zwingend eine Erkrankung zur Folge. Aber man muss es ja nicht provozieren. Die Desinfektion erfolgt mit konzentriertem Alkohol (Ethanol oder Isopropanol). Dabei müssen die Schnittflächen nass sein und der Alkohol sollte lange genug (min. 1 Minute) einwirken. Mit einem Feuerzeug wird der restliche Alkohol dann verbrannt. (Dabei werden die meisten Rosenscheren übrigens nicht heiß genug für eine Desinfektion durch Hitze. Es geht beim Verbrennen nur darum, dass die Schnittflächen wieder trocken werden.) Dieser Vorgang sollte möglichst oft (=nach jeder Rose) wiederholt werden.

Jubilee Celebration

Die Austin-Rose ‚Jubilee Celebration‘ hat im vergangenen Jahr zwar sehr reich geblüht, kam aber wohl nicht so gut zurecht mit der Konkurrenz durch Aster ericoides var. prostratus ‚Snow Flurry‘, während ‚A Shropshire Lad‘ ein paar Meter weiter damit keine Problem hatte:

Rose A Shropshire Lad

‚Jubilee Celebration‘ wird nun an einen mehr zusangenden Standort versetzt und der Bestand an ‚A Shropshire Lad‘ weiter ausgebaut.

Rosen und Stauden

rosa persian butterfly
Rose ‚Persian Butterfly‘

Es ist nicht sehr leicht, Rosen in Stauden- und Gräserpflanzungen zu integrieren, insbesondere wenn offener Boden keine Option ist. Gerade wenn sich die Stauden und Gräser schneller als die Rosen entwickeln, eignen sich nur sehr wüchsige Rosen für solche Kombinationen, selbst wenn man bei diesen auf einen Rückschnitt weitestgehend verzichten möchte. Will man junge, wuzelnackte Rosen in bestehende Staudenpflanzungen setzen, sollte man diesen genügend Vorsprung bieten, z.B. indem Stauden in direkter Nähe entfernt werden und der Boden mit Rindenmulch oder Rückschnitt abdeckt wird.

Als begleitende Stauden und Gräser zu Rosen verwenden wir:
Aster ericoides var. prostratus ‚Snow Flurry‘
Stachys monnieri ‚Hummelo‘
Trifolium rubens (z.B. die Sorte ‚Peachy Pink‘)
Sanguisorba hakusanensis (die duftende Auslese ‚Alster Luft‚)
Calamintha nepeta (versamt sich zuverlässig)
Dianthus superbus ssp. speciosus (Versamung)
Sesleria autumnalis
Eragrostis curvula (Die Versamung kann lästig werden.)
Deschampsia cespitosa
Stipa gigantea (mit großzügigem Abstand)

Folgende Rosen haben sich in diesen Kombinationen prächtig entwickelt:
Complicata‚, ‚York & Lancaster‘, ‚Souvenir du Dr Jarmain‘, ‚Henri Martin‘, ‚William Lobb‘, ‚Trigintipetala‘, ‚Boule de Neige‘, ‚Rene d’Anjou‘, ‚A Shropshire Lad

ganz gut: ‚Parfum du Hey‘, ‚Louise de Odier‘, ‚Madame Ernest Calvat‘, ‚Ypsilante‘, ‚Cardinal de Richelieu‘

eher schwach: ‚Freisinger Morgenröte‘, ‚Ulrich Brunner Fils‘, ‚Jubilee Celebration‘, ‚Général Jacqueminot‘, ‚John Clair‘

Bei ‚Tour de Malakoff‘ schlug die Unterlage massiv aus und war nicht in den Griff zu bekommen. Wir gehen davon aus, dass wir sie nicht tief genug oder zu tief gepflanzt haben, was bei 4 von 5 Exemplaren schon etwas verwundert. Nun ist es nicht gerade unsere Lieblingsrose, weswegen wir nun ‚Ispahan‘ gepflanzt haben.