Grünes Engagement oder Kunst

Christian Meyer, der sich in der aktuellen Berichterstattung als „Gartenpate“ (Anführungszeichen von mir.) diffamiert  und dickköpfiger  Einzeltäter beschrieben findet, ist vielen als Pflanzplaner für unzählige Gartenschauen bekannt; daneben auch für seinen Gastbeitrag hier im Blog: Schätze niederrheinischer Gartenkunst.

Eines seiner zahlreichen Projekte wird auf der Seite Imwestenberlins.de als „ein mit Stauden bewachsenes Dreieck vor der Bushaltestelle Olivaer Platz für Fahrten in Richtung Bahnhof Zoo.“ beschrieben. Wir sind in Berlin und gemeint ist seine Pflanzung am Olivaer Platz, die er seit 19 Jahren ehrenamtlich pflegt und unterhält. Er nutzt sie auch zu Werbezwecken. Sie soll nun im Rahmen eines „Kunstprojektes“ (Anführungszeichen von mir.) einem Kunstwerk weichen, das bisher unter Design labelte und als Tischleuchte diente.

Bei diesem Sachverhalt spielen Religion und die Geschichte keine Rolle. Sie könnten allerdings vom eigentlichen Problem ablenken. Den Beteiligten ist es bisher offensichtlich nicht gelungen, das bereits vorhandene Kunstwerk als solches zu erkennen. Es tarnt sich nämlich als Oase, als eine Affirmation des Lebendigen, als kontinuierliche Schöpfung in einer technischen Umgebung. Ein Kunstwerk, dass erst durch die spürbare Abtrennung von der künstlichen, urbanen Welt als solches erfahrbar wird, selbst für Menschen, denen es an Kunstsachverstand im akademischen Sinne mangelt. Menschen können es betreten, erfahren, riechen, sehen, erleben und auch aus ihrer künstlichen Straßenbahn-, Bus-, PKW- oder Passanten-Welt heraus als solches erkennen.
Wird diese Trennung aufgehoben durch die Integration eines künstlichen, von mir aus künstlerischen, Fremdwerkes, verliert das ursprüngliche Werk seinen Charakter als Kunstwerk und verkommt zum dekorativen Beiwerk. Was wie ein Kompromiss klingt, käme einer Zerstörung des vorhandenen Werkes gleich. Zumindest für Menschen, welche auch Gartenkunst unter den Begriff der Kunst subsumieren und damit bereit sind, dieser ihren Schutz zu gewähren.

Werden wir es noch erleben, dass die Pflanzkunst nicht nur Einlass in die Benutzerwörterbücher von Textverarbeitungsprogrammen findet, was aktuell nicht der Fall ist, und ihre Werke endlich als Kunst verstanden werden und Anerkennung finden?

Sie verdienen Integrität, Achtung und Schutz.

Hoffentlich verliert Herr Meyer durch diese Übergriffigkeit nicht seinen Humor. Den würde ich sehr vermissen.

Hier ein kurze Dokumentation der DGGL über den Einzug der Gräser an den Ku’dam.

Zensur deutscher Gartenwebseiten

himmelGlaubt man der zur Zeit wohl leicht überlasteten O2-Webseite fallen sehr viele deutsche Gartenwebseiten unter die angelsächsischen Zensurregelungen, Stichwort: Parental Control. Ich konnte nur 7 Stichproben nehmen, dann schaltete die Webseite in den Wartungsmodus. Aber alle Stichproben, wie z.B. die-staudengaertnerei.de, garten-groene.de, gaissmayer.de, staudengaertnerei.com, fielen positiv aus, sind also offensichtlich für Kinder unter 12 Jahren (default) nicht erreichbar.

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Schätze Niederrheinischer Gartenkunst

Liebe Freunde der Gartenkultur,

vergangenes Wochenende haben mich die Gattung Bistorta amplexicuale und die Aussicht auf ein Treffen mit annähernd gleichgesinnten Gartenfreunden mal wieder an den Niederrhein gezogen. Doch der Wohlstand der Menschen dort lässt mich die Armut Brandenburgs und im Speziellen die hier unterentwickelte private Gartenkultur in einem ganz anderem, freundlicheren Licht erscheinen.

Vor rd. 30 Jahren gab es das wunderbare Buch ‚Grün kaputt – Landschaft und Gärten der Deutschen‘ und als Kulturpessimist muß man heute zufrieden feststellen: Es hat nichts genutzt! Trotz Ökogedöns ist alles nur noch schlimmer geworden – was wir aber durch unser tägliches Geschäft ohnehin schon längst gewußt haben.

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Im sog. Informationszeitalter scheint das Wissen über Gärten völlig verloren zu gehen. Oder der unentwegte Aufenthalt vor Mattscheiben zwingt zu solch pragmatischen Umgang mit dem eigenen Vorgarten?

Da sich nun das Schicksal der Bio-Puten mit dem vergangenen Sonntag auch weitgehend erledigt hat, ist mit einer anständigen Öko-Dikatur wohl auch nicht mehr zu rechnen und es bleibt die Frage: Wie sich Genugtuung verschaffen?

Ob wohl der Ulmer-Verlag zu einer neuen Auflage ‚Grün kaputter‘ oder ähnlichem bereit wäre? Ich wäre zumindest bereit, das passende Bildmaterial zur Verfügung zu stellen.

Solidarische Grüße,
Christian

Wir danken Christian vom Büro Christian Meyer (Berlin) für seinen Gastbeitrag, seine objektive Expertise und insbesondere für nachhaltiges Bohren in offenen Wunden.

Floriade 2012 – Japanische Anmutung

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Ein besonders Highlight der diesjährigen Floriade war dieser japanisch anmutende Garten, den wir eher als Persiflage auf das Thema Japangarten empfanden. Zum Lachen war uns hier wohl nicht zumute.

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Transpiration Japan, Teil II
und auch hier blieb die Frage im Raum stecken, ob sie das ernst gemeint haben könnten…

japan3Ein Blick auf das Projektschild offenbart einen interessanten Trend der Floriade: Einzelne Beteiligte lassen Ihre Namen tilgen. Mit Kreppband. Auch ein Statement.

Mulch-Materialmix

materialmixHin und wieder verzaubert ein Vorgarten auch mit seinem besonderen Mulch-Materialmix, insbesondere wenn dieser und die Pflasterarbeiten optimal auf Umgebung und Bepflanzung abgestimmt wurden.

Warten wir einmal ab, wie sich der Charankter dieser Pflanzung mit den Jahren entwickeln wird.

Gravel Garden IV

Erst heute fiel mir dieser aparte Gravel Garden auf einem Autobahnparkplatz an der B52 auf. Leider auch ein Beispiel für typische Fehler beim Anlegen eines Kiesgartens. So ist die Einschüttung nicht hoch genug, es wurde keine Folie verlegt und die Null-Anteile sind viel zu hoch.

Daumen hoch für die neuen Herbstmix-Kollektionen

Wer bisher die Herbsttage verzweifelt hinterm Ofen verbrachte, kann sich nun über ein spezielles Angebot aus seinem Pflanzencenter/Baumarkt freuen. Nach Silberwinter, Seniorengrau oder Präriefeierabend gibt es nun den ultimativen Kick vor dem Jahresende, den Herbstmix  flotter Dreier.

Was bietet mir der Herbstmix?
3 Pflanzen im Topf, davon
1 Struktur- und 2 Blühpflanzen,
„gießen“ und „düngen“.
Und selbst im Februar geben die Freunde –  sorgfältige Pflege vorausgesetzt – noch eine gute Figur im Herbstmix-Container ab.

Innovativ auch die neuen Pictogramme zur optimalen Darstellung von Mehrwert und Pflegehinweisen. Wer würde da schon auf die Idee kommen, der flotte Dreier wäre bloß ein flotter Johnny?

Oder gar ein flotter Schenkelklopfer der Besten der Besten der besten Marketingspezialisten zwischen Geldern und Straelen, Sir? Oder: Was geht noch, wenn das Bolivianische Marschierpulver aus ist.